Malerei

Millionen von Menschen malen und zeichnen. Ich auch. Gott sei Dank zwingt mich niemand, Regeln oder einen bestimmten Zeitstil zu beachten. Ich male einfach drauf los. Das Ergebnis? Kunst oder Müll. Sie, liebe Betrachter, dürfen entscheiden.

© Torsten Gripp | 2019 | Malerei |

Im alten Griechenland wurden die bildenden Künstler „banauson“ genannt. Das heißt nichts anderes, als „ungebildete Handwerker“. Mir gefällt das, denn mit diesem Wort bin ich aufgewachsen. Ständig und überall nannten mich die Erwachsenen „Banause“. Auf dieser Website können Sie die Werke des nunmehr erwachsenen Banausen betrachten. Erwarten Sie bitte nicht, dass sie die Wirklichkeit eins zu eins abbilden, auch sind sie nicht besonders nützlich und entsprechen, wie schon angesprochen, selten den zeitgemäßen moralischen und künstlerischen Gesichtspunkten unserer Zeit. Man könnte meine Malerei unter Umständen als „Informelle Malerei“ bezeichnen, ich finde aber die Bezeichnung „autonome Malerei“ viel treffender. Im Endeffekt hilft beides nicht wirklich weiter, die Begriffe selbst sind zu abstrakt. Daher spare ich mir weitschweifige Erklärungen und lasse zu, dass Sie mir hier im Internet oder auf Ausstellungen über die Schulter schauen können.

© Torsten Gripp | 2019 | Malerei | ein Kreuz mit dem Kreuz

In meinem Fotoatelier konnte ich bei der Arbeit mit den Menschen, die ich portraitierte, immer wieder feststellen, dass sie zwar auf Kommando lächeln oder lachen konnten, aber wenn ich sie aufforderte, mehr und unterschiedliche Emotionen zu zeigen, reagierten sie oft hilflos. Und trotzdem, je nachdem, wie sich ihre subjektiven Empfindungen während des Shootings veränderten, veränderten sich auch ihre Gesichtszüge. Ich musste jedoch genau hinschauen und die jeweiligen Expressionen waren nur für Augenblicke erkennbar.

Paul Ekman, ein US-amerikanischer Anthropologe und Psychologe, identifizierte sieben Basisemotionen: Freude, Überraschung, Angst, Wut, Ekel, Trauer sowie Verachtung. Genau diesen Emotionen bin ich sowohl im Fotoatelier, als auch in meiner Malerei auf der Spur. Als Maler habe ich es etwas leichter. Ich erzeuge mit einem einzigen Strich ein Gesicht, löse dabei die gegenstandsbezeichnenden Strukturen des Kopfes auf, bis ich schließlich eine reine Emotion, den puren Ausdruck innerer Stimmungen und Empfindungen darstellen kann. Die Seitenflächen der Leinwand nutze ich, um mit Worten und Strichen die dargestellten Emotionen zu erklären. Nachdem sie gerahmt sind, wird später nichts mehr darauf hinweisen, das verleiht den Bildern einen besonderen Charme.


Neben den Emotionen interessieren mich Strukturen und Verläufe. Je zufälliger, desto besser. Chinesische Tusche ist für Experimente in dieser Richtung gut geeignet. Zusammen mit Mikro-Bildern (Öl auf Papier) ergeben sich wunderbare Landschaften und neue Welten.