Packliste und Reisetipps – Franziskusweg / Jakobsweg

Geliebte Gewohnheiten und den Komfort vergessen. Wochenlang zu Fuß unterwegs sein. Achtsam auf den Körper hören. Mit wenig auskommen. Aus dem Rucksack leben. Kraft tanken und den Horizont erweitern. Alle Sinne öffnen. 

So stelle ich mir eine Pilgerreise vor. Doch vorher gilt es, sich auch mit profaneren Themen auseinander zu setzen. Was muss mit? Wie kleide ich mich? Wieviel Geld lege ich an? Immer wenn ich meine die ultimative Lösung gefunden zu haben, kommt von irgendwo eine neue Idee und eine neue technische Errungenschaft her, die ich in die Überlegungen einfließen lassen möchte…! Ich fertige – zur besseren Orientierung – immer eine Packliste an. Akribisch wiege ich jedes Teil, das mich begleiten soll und liste es dann auf. Eigentlich immer, habe ich das Gefühl, dass etwas fehlt. Nie bin ich wirklich gelassen und von der Auswahl überzeugt. Gefehlt hat auf meinen Reisen dann überraschend wenig. 

Die nachfolgende Aufzählung gibt das wieder, was mir wichtig ist und was sich auf meinen Pilgerreisen bewährt hat. Selbstverständlich gibt es noch viel Luft nach oben, besonders wenn Geld keine Rolle spielt, aber ich bin mit genau diesen Ausrüstungsgegenständen und dem Gewicht sehr zufrieden. Warum, beschreibe ich ausführlich. Und das ist auch schon der Unterschied zu Packlisten in Listenform.

Ich wünsche Gelassenheit auf dem richtigen Weg und viel Spaß beim Lesen.
Buen camino.


Santiago de Compostela - Endlich angekommen und ein Blick vom Balkon
Torsten Gripp – Santiago de Compostela

 


Rucksack
Laufbursche Packraum 44 Liter; ca. 400 Gramm  
Warum?
Leichter geht kaum. Leider ist er aber auch sehr teuer. Trotz des geringen Gewichts hat der Hersteller stabile und extrem robuste Materialien  verwendet. Er ist nicht 100 % wasserdicht, aber damit der Inhalt trocken bleibt, benutze ich einen wasserdichten 50-Liter Sack von Bluefield und stecke ihn einfach in den Rucksack. Der Rucksack ist auch nach einigen Jahren immer noch wie neu. Er hat zwar nach etlichen Flügen, Busfahrten und Kontakten mit Felsen ein paar Gebrauchsspuren, aber keine Verletzungen, die seine Gebrauchsfähigkeit einschränken würden.
Ich habe festgestellt, dass viele Pilger riesige und schwere Rucksäcke auf ihrem Rücken tragen und jedes Teil, das für das Gesamtgewicht verantwortlich ist, verteidigen. Eine Krankenschwester aus Karlsruhe hat mir einmal mit eindringlichen Worten klargemacht, dass sie unbedingt drei verschiedene Jacken für a) warme Tage b) kalte Tag und c) Regentage dabei haben muss. 🙂 Da macht das Pilgern nach ein paar Kilometern schnell keinen Spaß mehr und die Füße bestrafen den „Packesel“ mit Blasen.
→ Ohne den Rucksack geht gar nichts.

Der Rucksack für die Pilgerreise. Pilgerrucksack.

Tipp:
Flüge und Busfahrten setzen dem Rucksack sehr zu.  Frischhaltefolie  und/oder Müllbeutel für den Hin- und Rückflug oder die Busfahrten schützen günstig und gut. 
Auf eine Regenhülle verzichte ich, da ich einen wasserfesten Innensack und einen Poncho  benutze, der über den Rucksack geht.

Daypack
Decathlon 10 Liter –  Ultra Compact; ca. 15 Gramm
Warum?
Ein kleiner Rucksack für den Einkauf oder beim Bummel am Abend ist bequemer als der große Rucksack; der steht besser in der Herberge oder dem Hotel. Auch für den Flug ist er eine gute Wahl, wenn der große Rucksack im Gepäckraum fliegt. Er kostet wahnsinnige 1,99 Euro und wiegt fast nichts.
→ Muss unbedingt dabei sein.
oder

DryBag
PS 10 – 12 Liter von Ortlieb; 108 Gramm

Warum?
Dieser DryBag ist aus einem wasserdichten Nylongewebe mit einer PU-Beschichtung.  Mit einem kleinen Gurt und Karabinerhaken verwandelt er sich dank Befestigungsmöglichkeiten oben und unten schnell in einen kleinen Rucksack und ist dabei absolut wasserdicht, hoch strapazier- und reißfest und in meinem Fall ist er auch groß genug für einen Einkauf. Wenn ich in den Herbergen zur Toilette oder Dusche gehe und mich die Angst überfällt, dass jemand klauen könnte, nehme ich ihn einfach mit in die Duschkabine. Die Wertsachen sind im Sack und der hängt an einem Saughaken brav an den Fliesen.  Bei Strandbesuchen ist es ebenfalls überlegenswert, ob man seine Sachen nicht mal schnell einbuddelt, wenn es ins Wasser geht. Diebe soll es ja immer und überall geben.
Er eignet sich mit ein paar Tropfen Seife auch wunderbar als kleine Waschmaschine für die Wäsche zwischendurch. Neidisch hatte ich das bei einem anderen Pilger auf meiner letzten Reise gesehen, als ich lange warten musste, bis das Waschbecken in einer Herberge frei wurde. Ich finde er stellt mit seinen knapp 100 Gramm eine echte Alternative zum DayPack dar, weil er einfach mehr Funktionen übernehmen kann:  
– Waschmaschine, – Kopfkissen, – wasserdichter Innensack, – Tagesrucksack, – Einkaufstasche, etc. 
→ Muss nicht unbedingt mit an Bord.

Update 2018:
Mittlerweile besitze ich für kurze Städte-Reisen mit dem Flugzeug einen Rucksack, der in den meisten Fällen als Handgepäck zugelassen ist (eigentlich immer) und mir besondere Freude macht. Er ist mit ca. 40 Litern riesengroß und hat unglaublich positive Trageeigenschaften. Ob als Reisetasche mit verstecken Gurten oder als Rucksack, er ist ein Multitalent. 
Gemeint ist der Farpoint 40 von Osprey. Er wiegt beachtliche 1400 Gramm, aber er hat einen Rahmen aus Metall und fast perfekte Schulter- und Hüftgurte, die das Gesamtgewicht (Rucksack & Inhalt) wirklich ideal verteilen und es „tragbar“ machen.
Das Flugzeug-Handgepäck-Dings ist gut verarbeitet, hat ein spartanisches, aber ausreichendes Innenleben und passt sich mit der grauen Farbe jeder Umgebung an. Ich mag ihn. Und mit mir tausende zufriedener Menschen. Sicherlich gibt es auch hier wieder bessere Produkte, aber für ca. 100 Euro wahrscheinlich doch wieder nicht.
Er ist unempfindlicher, besser zu packen, billiger und bequemer als der „Packraum“ (siehe oben). Leider wiegt er ein ganzes Kilogramm mehr und das, das ist echt blöd.
Ja ja, die Rucksackfrage. Eine unendliche Geschichte.

Hüfttasche
Gut geeignet für Kleinigkeiten; 30 Gramm
Warum?
Für das Handy und Kleinigkeiten, die immer griffbereit sein sollen. In meinem speziellen Fall hat der Rucksack keine Staufächer am Gürtel.
 Eine Hüfttasche ist aber Geschmacksache und kann ohne Probleme weggelassen werden.

 

Kleidung und Accessoires:

Mütze
Stetson mit Lüftungslöchern und innenliegendem Nackenschutz; 80 Gramm 
Warum?
Bei Wanderungen in praller Sonne kann es passieren, dass es ohne Mütze schnell zu Überhitzungen oder sogar zu einem Hitzschlag kommt. Um das zu verhindern, nutze ich eine Mütze mit breiter Krempe, die im Innenraum auch einen kleinen Nackenschutz zum Einknöpfen beherbergt . Das halte ich für wichtig, wenn die Sonne von hinten kommt und die Hutkrempe nicht ausreichend groß ist.
Bei Regen schützt mich die Krempe vor den Regentropfen, die ich als Brillenträger gar nicht gut finde. Das Ding würde ich zuhause nicht tragen, da liebe ich meine Baseball-Caps, aber unterwegs sind die zu eng am Kopf und nicht atmungsaktiv genug. Na ja….
→ Muss unbedingt dabei sein.

kurze Hose
von Sherpa; 200 Gramm
leichte, lange Hose
von Mammut und Sherpa; 325 rsp. 420 Gramm
Warum?
Ich nutze Hosen aus Funktionsmaterial, die sind sehr leicht, atmungsaktiv und schützen gegen Regen und Wind. Auch lassen sie sich schnell und bequem mit der Hand waschen und trocknen in wenigen Minuten. Zur Not trocknen sie auch am Körper ohne schwer und fies zu werden. Ich habe Hosen der Marke Sherpa (Made in Nepal – ist kein Witz) und Mammut. Sie sind aus 4-Wege-Stretch, ohne viel Taschen und Schnickschnack, die auch zum abendlichen Ausgehen geeignet sind. Besonders angenehm ist die Tatsache, dass der Bund innen mit Fleece gefüttert ist und die Taschen, genau wie die Laschen für den Gürtel nicht auftragen. Insgesamt gibt es vier Taschen, zwei Einschubtaschen, eine am Po und eine an der Seite. Alle sind mit einem Reißverschluss zu schließen. Der einzige Nachteil ist ein leichtes Rascheln beim Gehen. Da ich mich aber nirgendwo anschleichen muss, ist mir das egal.
Eine Jeans würde ich nicht mitnehmen, sie sind nicht elastisch genug und werden sehr schwer, wenn sie nass sind. Die Trockenzeit beträgt, je nach Luftfeuchtigkeit und Temperatur, bis zu zwei Tagen. 
→ Muss unbedingt dabei sein.

Gürtel
aus Kunststoff mit Kunststoffschließe und Fach für Scheine; 87 Gramm
Warum?
Mit einem Gürtel ohne Metall kommt man ohne Probleme durch alle Flughäfen und er wiegt nur ein paar Gramm. Das Fach für die Scheine kann man mit einem Reissverschluss öffnen und schließen. Da passt eine Menge Geld rein und man sieht nichts. Stören (der Reissverschluss) tut er auch nicht. 😉 
→ Muss unbedingt dabei sein!

Badeshort
addidas; 80 Gramm
Warum?
Na ja, Badeshorts braucht man immer mal und sie dienen alternativ als kurze Ersatzhose oder als Schlafhose, wenn es ums Gewicht sparen geht.
Tipp: Die, für Deutsche so typische, kleine Badehose wird in prüden Ländern nicht gerne gesehen.
→ Muss nicht unbedingt dabei sein.

Merino-Funktionsshirts
mit kurzem Arm; je 150 Gramm
mit langem Arm; 220 Gramm
Trekking-Socken
aus Merino; 60 Gramm
Freizeitsocken
Füßlinge aus Baumwolle; 15 Gramm
Warum?
Bei der Auswahl meiner Kleidung bin ich sparsam und nutze gern die Sonderangebote der großen Ausrüstungsfirmen. Besondere Ansprüche habe ich eigentlich keine, aber wenn die Kleidung die Haut berührt und dann auch noch Schweiß mit ins Spiel kommt, wird es heikel. Auf meiner ersten Pilgerreise hatte ich drei Funktionsshirts und ein Shirt aus 100 % Merinowolle. Das Merino-Shirt war nach kurzer Zeit mein Favorit. Es wärmt, wenn es kalt ist und kühlt in der Sonne. Es kratzt nicht und ist angenehm auf der Haut. Gerüche entstehen keine. Wirklich, man kann so ein Shirt mindestens 5 Tage am Stück tragen und nichts riecht. (Voraussetzung ist, dass man täglich duscht oder sich wäscht…!) Die Funktionsshirts mit ihren tausendfach gepriesenen Vorteilen sind oft bereits nach Stunden am Geruch zu identifizieren und die Pilger auch. Den einen stört es, den anderen nicht. Ein gewisses Maß an Gesellschaftsfähigkeit ist mir jedoch sehr wichtig und ich schätze daher diese Wollkleidung.
Unterwegs traf ich einmal einen sehr netten Mitpilger, der von allen anderen Wanderern gemieden wurde. Nach zwei Minuten in unmittelbarer Nähe, wusste ich warum. Er erzählte mir sehr stolz davon, dass er sich nur einmal die Woche wäscht und während des gesamten Pilgerweges niemals die Zähne putzt. Dies war sein „Verzicht“ und sollte die Pilgerreise noch intensiver gestalten. Na ja, der Preis – die Einsamkeit eines Eremiten – ist sehr hoch…
→ Muss unbedingt dabei sein.

Unterhosen
von Sensi á 37 Gramm
Warum?
Hihi…ich habe noch niemals eine Hose ohne Unterhose getragen. Müsste ich mal ausprobieren…. Meine Unterhosen heißen Sensi und sind aus Italien – nicht aus Merino. Sie bestehen, entgegen meiner Ausführungen oben, aus Kunstfaser und diese zeichnet sich in diesem Fall durch einen sehr guten Feuchtigkeitstransport, schnelle Rücktrocknung, geringes Gewicht, sowie hervorragende Trageeigenschaften aus. Das Gewebe ist mit Silber vermengt und sorgt für angenehme Frische und reduziert deutlich die Geruchsbildung! Sie liegen eng an und haben ein klein wenig Bein – fast wie eine Leggins (Das verhindert ein Reiben der Oberschenkel und beugt dem bösen Wolf vor.) und ich fühle mich wohl drin. Mehr gibt es nicht zu sagen. Sie funktionieren einfach. Und…. never change a Unterhos. 
→ Muss auf jeden Fall mit.

Hemd mit langem Arm
von Wolfskin; 140 Gramm
Hemd mit kurzem Arm
NoName 100 Gramm
Warum?
Die Hemden sind aus einem Gemisch aus Polyester und Polyamid (Ich war mal eine Plastikflasche…!) Mindestens zwei Brusttaschen sind mit einer Knopfleiste verschließbar. Sie sind atmungsaktiv dank vieler Lüftungsklappen am Rücken und unter den Armen. Sie lassen sich klein zusammenlegen, knittern nicht und sehen „normal“ aus. In Hemd und Hose und ohne Rucksack wird man abends nicht sofort als Tourist identifiziert; das hilft ungemein, wenn man nicht auffallen will.  
→ Ein Hemd mit langem Arm muss unbedingt mit. Das zweite mit kurzen Armen nicht. Oder ist es besser umgekehrt?

Merino-Schlauchschal
von Buff; 30 Gramm
Warum?
Als Schal, als Staubschutz, als Sonnenschutz, als Mützenersatz und als Halstuch im Flugzeug, als Schweißband und für vieles mehr… ich liebe dieses Teil – auch im Hochsommer und ganz besonders wenn die Abende kühl werden.
→ Muss unbedingt mit.

Geldbörse
von Eagle Creek; 60 Gramm und
von NoName; 30 Gramm
Warum?
Ich benutze zwei kleine Geldbörsen, die Raum für Geldscheine, Personalausweis und Kreditkarten bieten. Ich bin nicht besonders ängstlich und benehme ich mich auf Reisen so wie zuhause. Das heißt, ich habe ein Portmonee in der Gesäßtasche meiner Hose.
Die zweite Geldbörse aber, habe ich in einer Hemdtasche oder sonstwo. Dort ist dann ein Ausweis (Führerschein oder so..) eine Kreditkarte und ein kleiner Zettel mit den wichtigsten Telefonnummern meiner Angehörigen in Deutschland. Zusammen mit dem Geld im Geldgürtel sollte dann alles gut gehen…
→ Muss unbedingt dabei sein.

Sonnenbrille
vom Optiker mit Gleitsichtgläsern; 70 Gramm
Warum?
Sieht cool aus und tatsächlich, es hilft bei Sonnenschein. Es verhindert Kopfschmerzen dadurch, dass man weniger die Stirn runzelt. Außerdem: In Italien oder Spanien geht man bei Sonnenschein nicht ohne außer Haus.
→ Muss nicht unbedingt dabei sein.

Poncho, Regenschirm und Regenjacke - Immer wieder die Angst vor Regen auf einer Pilgerreise.

 

Kleidung kaltes Wetter/Regen:

Poncho/Tarp
von Selbstgemacht; 350 Gramm
Warum?
Er ist ein hervorragender Regenschutz, der Luft an den Körper lässt und man kann ihn am Strand mit zwei Wandersticks schnell zu einem Sonnenschutz aktivieren.  Leider kommt Regen manchmal in Begleitung von starkem Wind, da kommt das Ding an seine Grenzen – genauso wie beim Klettern in den Bergen. Ich gehe das Risiko ein, dass es mal nicht ganz so gut passt. Als jemand, der immer im Sommer unterwegs ist, verzichte ich auf eine Regenjacke aus GoreTex , da ich in den GoreTex-Klamotten zwar außen vor Regen geschützt bin, aber von innen mindestens genauso nass werde, wie bei einem Regenguss (Im Sommer funktioniert der Feuchtigkeitstransport durch die Membrane nicht oder nur unzufriedenstellend.). Da ist der Poncho wesentlich luftiger und vor allen Dingen billiger. Das Ding sieht zwar nicht gut aus, aber ich will ja auch keinen Preis für den schönsten Pilger gewinnen. Und doch, irgendwie sieht man aus wie der Mork vom Ork.
Auf einen Regenschirm will ich mich nicht verlassen (…und er ist eine ernstzunehmende Alternative), da Regen oft in Verbindung mit viel Wind steht und ich mit Wanderstöcken laufe…! Trotzdem, ich habe meistens einen dabei.
Auf eine Regenhose verzichte ich, da – wenn überhaupt – nur der untere Teil der Hose nass wird und diese schnell wieder trocken ist.
Die Horrorgeschichten von wochenlangen Märschen bei strömenden Regen und mit Regenwasser vollgelaufenen Stiefeln halte ich für übertrieben. In den Ländern, durch die der Jakobsweg geht, gibt es zwar auch tagelang schlechtes Wetter mit verdammt viel Regen, aber auch dann schüttet es nicht ununterbrochen in voller Stärke. Daher gilt für mich an dieser Stelle der minimalistische Grundgedanke.
→ Muss unbedingt mit in den Rucksack. 

Merino-Jacke
von Icebreaker; 448 Gramm
Warum?
Die Jacke ist relativ schwer, aber einfach unfassbar warm und kuschelig. Sie ist auch nass noch ein guter Wärmespender und die guten Eigenschaften der Merinowolle hatte ich bereits beschrieben. (Eine Fleece-Jacke oder ein Fleece-Pullover ist viel billiger, leichter und hält mindestens ebensogut warm.) Ich liebe diese Jacke aber sehr und daher sind alle anderen Jacken chancenlos.
→ Muss nicht unbedingt mit in den Rucksack; resp. den Mann, aber für mich ist sie definitiv unverzichtbar.

ultraleichte Windjacke mit Kapuze 
von Schöffel; 150 Gramm
Warum?
Auf all meinen Reise begleitet mich eine leichte Windjacke, die auch vor leichtem Regen schützt. Im Moment ist es ein Windbreaker mit knapp 150 Gramm Gewicht. Sie hat zusätzlich eine Kapuze, der Kragen ist hoch und bequem geschnitten und zwei Taschen kann ich füllen. Insgesamt ist sie weit geschnitten und sie ist wirklich sehr bequem. Mit knapp 100 Euro ist sie teuer, aber extrem funktionell. Zusammen mit der warmen Jacke ersetzt die Kombination jede Softshell-Jacke und ist zudem noch flexibler und insgesamt leichter sowieso.
→ Muss unbedingt mit auf die Reise.

Wanderstiefel
von Keen; 980 Gramm
Warum?
Die Schuhe sitzen bei mir wie angegossen, machen zusammen mit den richtigen Socken keine Blasen, lassen Luft an den Fuß und sind trotzdem wasserfest. Sie haben guten Kontakt zu Mutter Erde und dämpfen mein Gewicht vom Feinsten, halten Steine von unten und oben ab und schützen zu guter Letzt auch noch vor dem Umknicken. Fuß, was willste mehr. Ich habe sie seit ca. 7 Jahren und ich denke mit Grausen daran, neue Schuhe kaufen zu müssen.
Schuhe sind schwierig. Jeder hat andere Vorstellungen und körperliche Gegebenheiten. Ich würde empfehlen, sie viele Wochen vor Beginn der Wanderung zu kaufen und sie viel anzuziehen. Bitte nicht erst vor der Wanderung im Internet kaufen….!! Zur Not lieber in den alten Laufschuhen losgehen. Da ist keinesfalls zu befürchten, dass sie nicht passen oder nach 10 Kilometer zwicken. Billiger sind sie obendrein.
Tipp: Auf dem Jakobsweg in Portugal gibt es sehr viele Wege mit Kopfsteinpflaster, das sieht sehr romantisch aus, verlangt aber auch viel von den Fußgelenken. Harte Sohlen und ein knöchelhoher Schaft sollten das Mittel der Wahl sein. Simple Sportschuhe lassen untrainierte Wanderer schnell verzweifeln…
→ Ohne geht nicht. Oder doch?

NoName-Schlappen
mit Riemen und spezieller Sohle, am Fuss weich und hart für die Strecke; 200 Gramm
Warum?
Zum Duschen, nach dem Tag, und als Not-Schuh-Ersatz.


Zum Schlafen:

Tropen-Schlafsack
von Carinthia;  1100 Gramm
Warum?
Ich höre schon die Kritiker: Das geht doch leichter…. er hat eine Füllung aus Kunstfaser… Daune ist besser….
Nun ja, Schlaf- und Rucksack sind die schwersten  und zugleich wichtigsten Komponenten auf der Wanderung. Eine Entscheidung ist daher gar nicht so einfach. Ich habe mich für diesen Schlafsack entschieden, weil er günstig und auch identisch mit dem bewährten Tropenschlafsack der Bundeswehr ist. Er hat einen sehr großen Zwei-Wege Reißverschluss, ist atmungsaktiv und für den Notfall auch ein Moskitonetz eingebaut. Mit einer Limit-Temperatur von 5 °C hält er auf der einen Seite in kalten Nächten warm (in den Herbergen ist selten kälter) und auf der anderen Seite ist er in warmen Nächten luftig und geräumig genug, so dass man nicht zu sehr schwitzt. Alternativ kann ich auf einen Hüttenschlafsack (Schlafsack-Inlet von Meru) aus Seide mit gerade mal 140 Gramm zurückgreifen oder ihn zusätzlich benutzen, dann geht das Limit runter auf – 3° C.)
Beim Tropenschlafsack ist der Reißverschluss groß, ich kann ihn gut von innen und außen erreichen und es verklemmt nichts. Ich kann ihn unten wie oben ein Stück aufmachen und Luft ranlassen, das Moskitonetz funktioniert wirklich und ich kann fast quer drin liegen, so großzügig ist er geschnitten (Im Schulterbereich eine Breite von 80 Zentimetern). Richtig gepackt und komprimiert hat er auch nur ein kleines Packmaß von 18 x 30 cm. Für mich persönlich ist ein leichter Daunenschlafsack mit ca. 500 Gramm vom Gewicht her eine echte Alternative, aber ich zahle ein Vermögen, liege dann drin wie in einer Konservendose, fühle mich eingeengt und ein echtes Schlafgefühl kommt nicht auf.
Der Tropensack ist aus angenehmen Materialien und ich fühle mich wie im eigenen Bett, daher akzeptiere ich an dieser Stelle ein etwas größeres Gewicht. Dies ist aber nur meine Empfindung. Ruck- und Schlafsack müssen unbedingt passen und schon vor der Pilgerreise erprobt werden.

Mit Tropen-Schlafsack und dem genialen Rucksack von Laufbursche habe ich nur ein Gesamtgewicht von 1540 Gramm (Das wiegt bei den meisten Pilgern allein der Rucksack… ). Da kann ich dann viele Dinge mitnehmen, wenn ich später auf nicht mehr als 7 Kilo kommen will. 
→ Mein Fazit: Muss unbedingt mit.


Medizin und Pflege:

Kulturbeutel
von eagle creek (pack-it-system); 44 Gramm
Warum?
Sie sind wasserdicht und mit vielen praktischen Fächern; ich nutze jeweils einen für Medikamente und einen für die Körper- und Wäschepflege. Man kann sie ganz praktisch an einer Schlaufe aufhängen. Leichtere Beutel habe ich noch nicht finden können.
→Sind immer dabei.

Desinfektion
Sprühflasche mit H2O2; 70 Gramm
Warum?
Wasserstoffperoxid-Lösung 3% ist das Universalmittel für die Reinigung von Wunden, auch für Schleimhäute, Mund etc.. Man bekommt die Lösung in Apotheken für ein paar Cent. Ich finde es viel preiswerter und besser als die handelsüblichen Desinfektionsmittel.  In Russland tropft man bei Erkältungen sogar einen Tropfen davon in jedes Ohr und schwups…. ist die Krankheit ganz schnell wieder verschwunden.
Wikipedia sagt: Eine dreiprozentige Lösung Wasserstoffperoxid wird zur Desinfektion, auch im Haushaltsbereich, eingesetzt. Einsatzbeispiele sind Mund- und Rachenraum (zur Mundspülung wird es auf 0,3 Prozent verdünnt), die Zahnmedizin, die Desinfektion von Kontaktlinsen in Reinigern, die Entkeimung von Packstoffen oder die Desinfektion der Hände in Krankheitsfällen. In der Zahnmedizin wird H2O2 als 3 %ige wässrige Lösung zur lokalen Desinfektion des Zahngewebes und zur Blutstillung bei kleineren Eingriffen verwendet. In der Medizin und Notfallmedizin kann die Substanz zur Desinfektion von Oberflächen, Instrumenten, Haut und Schleimhaut verwendet werden.
→ Muss unbedingt mit.

Schmerzmittel & div. Pflaster
→ Muss nicht unbedingt mit. Kann man überall kaufen.

Set Blasenpflaster
von Compeed; 10 Gramm
Warum?
An dieser Stelle mache ich keine Experimente. Alle anderen Pflaster sind nur eine Kopie. Ich hatte bisher noch nie Blasen. Das liegt vielleicht aber auch daran, dass ich bei kleinen Druckschmerzen am Fuß direkt mit Compeed-Pflaster zur Druckreduzierung arbeite.  Compeed macht eigentlich nur die Natur nach, denn eine Blase ist nichts weiter als eine natürliche Polsterung, die vor Verletzungen durch Reibung schützen soll. 
Alternativ kann der geneigte Wanderer Tape (Leukoplast) benutzen, wenn er in der Lage ist,  beginnende Schwierigkeiten am Fuß rechtzeitig zu bemerken. Dafür muss man sich und seinen Körper aber verdammt gut kennen. 
→ Muss mit in den Medizinbeutel.

Druckverband – DER NOTVERBAND
60 Gramm
Warum?
Ich gehe allein und da kann man schon mal stürzen. Ein FirstCare Notverband bei wirklich schlimmen Verletzungen, bei denen ein Pflaster nicht reicht, ist da ein gutes Mittel.
 Mit diesem Verband kann ohne zusätzliches Material Druck auf die Wunde ausgeübt und der letzte Bindengang befestigt werden. Dies stellt nicht nur eine Erleichterung für den Helfer dar, sondern ermöglicht auch ein schnelles und einfaches Anlegen durch den Verletzten selbst.
→ Das Ding darf vor allem aus psychologischen Gründen nicht fehlen.

Ohropax
7 Gramm
Warum?
Nun, die Dinger aus Watte und Wachs sind dermaßen dicht, dass selbst das lauteste Schnarchen nicht mehr zu hören ist und …. sie stören sogar nicht, wenn man auf der Seite schläft. Sie sind besser, als die maßgefertigten vom Akustiker, weil sie aus natürlichen Werkstoffen hergestellt werden und die Ohren nicht reizen. In den Plastikdingern sind oft Weichmacher und andere Stoffe, die meine Ohren gar nicht mögen. Ich habe relativ kleine Ohren und kann mit einem scharfen Messer eines der Watte-Wachs-Dinger in zwei Teile schneiden und komme dadurch wirklich lange damit aus. Beim ersten Mal dachte ich, ich bekomme die nie wieder aus den Ohren, aber es ging problemlos. 😉 
→ Muss unbedingt mit. 

Bepanthen
5 Gramm
Warum?
Hilft bei vielen kleinen Hautreizungen und Miniverletzungen, wie zum Beispiel der berühmte Wolf oder Scheuerstellen, die durch Kleidung verursacht werden. Die Mini-Tube hilft und man kann sie überall nachkaufen.
→ Rein in den Medizinbeutel.

Hirschtalg
für die Füsse; 110 Gramm
Warum?
Morgens nach dem Aufstehen werden die Füße ordentlich damit eingeschmiert. Sie gleiten dann in die Merino-Socken. Das fühlt sich im ersten Moment komisch an, aber im Laufe der Zeit beginnen die Socken mit dem Talg und den Füßen eine innige Verbindung einzugehen. Blasen? Fehlanzeige. Immer mehr Wanderer schwören darauf. Ich auch. Aber bitte nicht zu sparsam anwenden.
Alternativ kann man auch Neo-Ballistol benutzen. Habe ich aber noch nicht ausprobiert…
→ darf nicht fehlen.

Kohletabletten 
bei Durchfall und wenn es wirklich schlimm wird:
Imodium
zusammen 20 Gramm
Warum?
Schlecht essen ist immer möglich und Kohle hilft dem aufgeregten Magen sehr. Besser man hat es dabei, denn abends haben die Apotheken nicht auf und man braucht es immer dann, wenn….
→ Rein in den Medizinbeutel.

Antiallergie-Tabletten
→ Nicht unbedingt nötig.

Hautnähröl 66-60
von Neuner; 50 Gramm
Warum?
Das Zeug ist gut bei Sonnenbrand, Insektenstichen und rauher Haut. Auch nach der Rasur und vielen anderen Zwecken. Es ist ein reines Naturprodukt und seit über 60 Jahre auf dem Markt. Meine Mitpilger haben immer darüber gelacht und am Ende der Touren hatte ich nichts mehr davon, weil sie es ständig von mir „geliehen“ hatten. Alternativ Neo-Ballistol.
→ Ein „musthave“ für verwöhnte Wanderer. Rein in den Beutel.

Tape
für die Füsse und kleine Wunden; 15 Gramm
Warum?
Das Tape kann man auch gut für andere Klebearbeiten nutzen und es ist immer dann die erste Wahl, wenn ein Blasenpflaster zuviel wäre. Tape kann man gar nicht genug dabei haben. 
→ Muss unbedingt mit.

Zeckenzange 
Warum?
Nun ja, ich möchte keine Krankheiten, die durch die Zecke Übertragen werden. Daher am besten gar nicht  ranlassen oder schnell wieder weg damit. Die Einstichstelle bitte gut beobachten, wenn sich ein roter Ring bildet, sofort zum Arzt. Der muss dann unbedingt Antibiotika geben. Ich habe eine hochwertige Zeckenzange aus dem Medizinbedarf. Die Plastikdinger finde ich nicht so gut. Sie sind zwar leicht, aber in der Funktion eingeschränkt und wenn du erst mal einer Zecke den Rumpf abgerissen hast und der Kopf bohrt sich immer weiter in die Haut… spätestens dann verfluchst du die billige Variante.
→ Muss unbedingt mit.

Mein Medizinbeutel hat ein Gesamtgewicht von 350 Gramm. Der Druckverband ist der Bösewicht…! Aber egal, ich fühle mich wohler mit dem Ding.


Pflege:

Seife
am Stück und mit Pfefferminz von Dr. Bronner; 70 Gramm
Warum?
Eine Seife, mit der man zur Not auch die Zähne putzen kann. Glaubt ihr nicht, habe ich auch nicht…. aber, es geht. Schmeckt noch nicht mal sooo schlecht. Ich nutze sie als Duschgel, für die Nassrasur, als Waschmittel/Fleckenentferner und Spülmittel. In einer Mini-Tupperdose transportiert, ist das der Hit für kleines Geld. Ein echtes Allround-Talent in Sachen Reinigung.
→ Muss unbedingt mit.

Deo
Zahnpasta
Reise-Zahnbürste
Einweg-Rasierer
Warum?
Na ja, macht sauber und hält die Gerüche im Zaum. Am besten man kauft kleine Probepackungen. Das reicht für den Tripp. Eine echte Alternative zu Zahnbürste und – pasta ist der Miswāk. Die Alternative zur ZahnbürsteEine Bio-Zahnbürste aus der Wurzel des des Zahnbürstenbaumes (Salvadora persica). Das Ding ist wirklich gut, wenn man sich mit Geruch und Geschmack arrangieren kann. Das Miswak wiegt nur 6 Gramm, hat einen echten Hin-Guck-Wert für die Zuschauer und für den Nutzer ist klar: Meine Zähne werden sauber – dafür sorgen die feinen Gipsteilchen im Inneren und das Zahnfleisch wird durch die Inhaltsstoffe der Wurzel vor Entzündungen geschützt. Was will man mehr.
→ Rein damit. Egal welche Lösung…

Handtuch
aus Mikrofaser; 60 Gramm
Waschlappen
aus Mikrofaser; 12 Gramm
Warum?
Ich nehme immer ein Wischtuch aus der Küche als Handtuch. Kostet fast nix und ist gut zum Abtrocknen der Haut; ist im Nu wieder trocken und wiegt kaum etwas. Den Waschlappen lasse ich mir aus dem gleichen Ausgangsmaterial zusammennähen.
Wenn man unterwegs nicht Duschen kann, ist ein altmodischer Waschlappen die erste Wahl um sich mit Hilfe einer kleinen Flasche Wasser gekonnt zu reinigen. 
→ Ab in den Beutel.

Zahnseide
Warum?
Ich habe es gerne, wenn die Zähne und die Zahnzwischenräume sauber sind. Das verhindert Mundgeruch und man kann damit zur Not auch nähen.
→ Muss mit.

Sonnenschutzcreme
(SF 50); 58 Gramm
Warum?
Man kann gar nicht vorsichtig genug sein. Die Sonne ist ein Freund, erzeugt Vitamin D3 und macht warm, aber die Wirkung auf Dauer ist eher weniger gut für die Haut. Daher…
→ Rein in den Beutel.

Autan
gegen Mücken und Zecken; 52 Gramm
Warum?
Zusammen mit dem Mückenmittel „Anti Brumm“ ist Autan Testsieger in Punkto Wirksamkeit. Es wirkt für ca. 4 bis 5 Stunden. Danach muss es erneut aufgetragen werden. Da es ein wenig sanfter zur Haut ist, habe ich mich dafür entschieden. Aus der großen Flasche fülle ich etwas um in einen kleinen Zerstäuber. 
→ Da nicht jeder empfindlich ist, muss es nicht unbedingt mit.

Saughaken
Warum?
Wenn man alleine reist und in Herbergen schnell mal duschen will, dann bleibt immer der Verdacht, dass jemand die Wertsachen klauen könnte. Damit das nicht passiert, kommen alle wichtigen Sachen in den DryBag und der kommt mit in die Dusche. Das Saugdings wird an die Fliesen geploppt und der Bag drangehängt und die Kulturtasche ebenfalls. Das ist ein gutes Gefühl.
→Habsch immer dabei.


Mein ultimativer Kulturbeutel (Pflege und Medizin) für Wochenendreisen oder auch längere Trekking-Touren und sein Inhalt:

Ein guter Kulturbeutel (Kulturtasche) für die Pilgerreise.

Kulturbeutel von Eagle Creek (Pack It System)
Handtuch aus Microfaser 40×80 cm
Waschlappen aus Microfaser
Nassrasierer 
Deo
Seife von Dr. Bronner
Saughaken
Zahnseide
Pflaster
Notfallmedikamente
Sicherheitsnadeln
Schnur für Wäsche etc.
Spiegel aus Kunststoff
Nagelknipser & Nagelfeile
Zahnputzset mit Becher
kleine Weithalsflasche aus Kunststoff mit Nähzeug, Rundnadel und Messingdraht 
Satz kleiner Haken
H2O2 als Desinfektionsmittel und antiseptische Lösung bei div. Beschwerden
Neo-Balistol als Universalmittel 
Zwei kleine Fisherman-Friends

Inhalt des Kulturbeutels. Was muss mit auf die Reise?

Der Beutel wiegt 470 Gramm. Das ist nicht leicht, aber es sollte m.E. alles drin sein, was auch in meinem Badezimmer zu finden ist.
Wichtigster Bestandteil ist das Handtuch. Mit dem trockne ich mich natürlich ab, aber für mich viel wichtiger ist die Tatsache, dass ich mit Hilfe von zwei kleinen Sicherheitsnadeln jedes seltsame Kopfkissen in Hostels und windigen Pensionen in mein ganz persönliches Kopfkissen verwandeln kann. Auf die neu geschaffene Oberfläche kann ich dann auch mit ruhigem Gewissen mein Gesicht betten. Es ist fast, als hätte ich mein „Schlummerle“ aus Kindertagen reaktiviert.

Der Nassrasierer erklärt sich selbst, ist aus Plastik und wiegt nur wenige Gramm. Nachhaltigen und pflegenden Rasierschaum erzeuge ich mit

Dr. Bronners Seife mit Pfefferminz. Diese eignet sich für die tägliche Rasur, die Dusche, als Haarwaschmittel, zum Desinfizieren, Wäsche waschen, Fleckentferner, Mittel zum Inhalieren bei Erkältungen und Spülmittel für Küchendingsda. Biologisch abbaubar  ist sie auch noch.

Der Waschhandschuh ohne Finger ist ein selbst zusammengenähtes Microfasertuch. Es passt viel hinein und es eignet sich wie schon beschrieben hervorragend zum Waschen, denn es spart Seife und hilft mit, den Körper schön zu reinigen.

Über den Saughaken unter der Dusche habe ich schon berichtet, aber zusammen mit der Schnur, die als Wäscheleine oder Schuhriemen-Ersatz dient kann man in so gut wie jedem Raum eine Leine spannen.  Die kleinen Klemmen eignen sich für viele Dinge und ganz besonders gut für das Aufhängen von Wäsche. Die geht dann auch bei starkem Wind nicht verloren und verhindert durch die bunten Farben auch noch eine Verwechselung auf gemeinsam genutzten Wäscheleinen.

Da die Finger- und Fußnägel ständig wachsen und dies auch noch im Urlaub, ist es Pflicht, einen Knipser mitzunehmen. Zusammen mit der Feile fühle ich mich dann auch wie zuhause.

Zähneputzen muss ebenfalls sein. Kein weiterer Kommentar.

Die kleine Weithalsflasche mit dem Nähzeug und der Rundnadel, die auch die Zahnseide aufnimmt ist mir wichtig. Einige Mitpilger lächeln darüber, aber auch der Messingdraht, der sich dort drin befindet, ist in Notfällen ein gutes Reparaturmittel. Um die Flasche ist noch ein wenig Panzer-Tape gewickelt, das ist ebenfalls ein „Universal-Notfall-Dingsda“ und ersetzt zusammen mit einem Papier-Taschentuch ein Pflaster oder einen Notfallverband.

Das Balistol-Öl ist wie die Seife von Dr. Bronner ein Universalmittel für tausend Gelegenheiten: – gegen Hornhaut und Nagelbruch; – das Einreiben der Füße wirkt Blasenbildung entgegen; – als Lippenbalsam; – Pflege nach der Rasur; – 
Massageöl – regt die Durchblutung an; – sehr gut bei kleineren Zerrungen und Muskelbeschwerden; – Linderung von Juckreiz; – und vieles mehr.
An den Geruch gewöhnt man sich auch und nach kurzer Zeit empfand ich ihn als sehr charakteristisch und durchaus angenehm. 

Kein Teil ist m.E. überflüssig und alles hat seinen Sinn, wenn man sich innerhalb Europas bewegt und immer Läden in Reichweite sind. Es ist meine Kultur auf Reisen. 



Elektro:

Kindle
mit meinen Lieblingsbüchern; 338 Gramm
Warum?
Ja, hier scheiden sich die Geister. Ich lese halt viel und gerne. Immer und überall. Auch auf Pilgerwegen. Die Reiseführer mit drauf. Man kann ja nie wissen. Ein echter Brocken, was das Gewicht angeht, aber für das Lesen ist mir nichts zu schwer. Und das lustige ist, egal wie viele Bücher ich in den Kindle lade, er ist immer gleich schwer….
→ Für mich: Unbedingt in den Rucksack

iPhone
mit ein paar Hörbüchern und mit der genialen App: Trail – (verlaufen war einmal); 190 Gramm + Ladegerät für Handy und Kindle mit den entsprechenden Kabeln + Powerbank; zusammen 120 Gramm
Warum?
Ich mag mir gar nicht vorstellen, was ich ohne Handy machen würde. Die Karten sind offline runtergeladen und jederzeit abrufbar. Meine Musik und die wunderbaren Hörbücher auch. Alle wichtigen Telefonnummern und die Notizen für die Reise. Meine Anmerkungen habe ich draufgesprochen und alle Fotos, die ich unterwegs gemacht habe sind natürlich auch gespeichert. Das Telefon ist in einer fallsicheren Hülle und wird gehütet wie mein Augapfel.
→ Ohne geht nicht. Definitiv.

Reiseadapter
für die verschiedenen Steckdosen und 
Mini-Dreifachsteckdose
zusammen 208 Gramm
Warum?
Im Ausland gibt es halt andere Steckdosen, als in Deutschland. Da braucht es schon mal einen Adapter. Und in Herbergen sind immer alle Steckdosen besetzt… da kommt eine Dreifachsteckdose gerade recht.
→ Muss ich unbedingt dabei haben.

Packen

eagle creek Packsäcke
in vers. Größen
Trekmates Packsack
für Elektrokram (mit Neopren gefüttert)
Warum?
Ich nutze einen leichten Rucksack ohne Unterteilungen, da sind kleine Packsäcke eine große Hilfe. Natürlich wäre ein Müllsack ähnlich gut, aber das Rascheln macht einen wahnsinnig und die Mitpilger auch. Ganz besonders, wenn man in Herbergen früh oder spät noch im Rucksack kramt und etwas sucht, aber leider nicht sofort findet. Jeder Packsack hat seinen eigenen Inhalt. Das kann ich mir gut merken und die Sucherei war einmal.
→ Ohne geht nicht.


Essen und Trinken:

kleine Tupperdose mit Waschlappen
Haushaltsmesser
Essbesteck aus Plastik 
Warum?
Eine halbe Banane ist vom Pausensnack übrig geblieben, da kommt eine Dose gerade richtig um sie kurz aufzubewahren. Und ja, richtig gelesen, ein Haushaltsmesser – die sind scharf, biegsam und insgesamt wesentlich besser als Survival-Messer oder sonstige Taschenmesser. Mutti käme ja auch nicht auf den Gedanken, ein Schweizer-Taschenmesser für den Haushalt zu benutzen. Aber Achtung, die Klingenlänge ist meistens über 7 cm und darf dann nicht im Handgepäck im Flieger zu finden sein. Besser das Gepäck aufgeben oder das Messer im Zielland kaufen – die Kosten liegen bei ca. 3 Euro.
Ab und zu braucht man auch mal ein Essbesteck; um eine Dose Thunfisch  oder eine Suppe zu löffeln oder so…. Das Plastik-Dingsda ist leicht und hilfreich.
Ach ja, ich nutze keine Trinkflasche, sondern kleine handelsübliche Wasserflaschen (0,5L), die man überall bekommt. Diese kann man zur Not auch wieder auffüllen oder kauft sich einfach ein paar Neue.

→ Rein in den Sack.

Dies und das:

Aquarellkasten
(selbstgemacht mit 6 Farben)
Reisepinsel
zusammen 102 Gramm
Skizzenblock
142 Gramm (klein und gebunden – auch für Notizen)
Bleistift
Warum?
Ich male viel. Dafür braucht man Farben, einen Pinsel und ein Medium zum „draufmalen“. Ich liebe es.
→ Muss nicht mit. Ich will es aber.

Malen auf dem Jakobsweg.

Plastikbeutel
mit Schnellverschluss 1L für das Flugzeug
mit Schnellverschluss 2L für alles andere…
Müllbeutel
(leicht und mit Verschluss)
Warum?
Für alles, was man schnell einpacken muss. Sie sind in der Regel dicht, man kann sehen was drin ist und sie wiegen nichts. Müllbeutel sind zudem auch noch extrem reißfest.
→Ich habe sie immer dabei.

wasserdichte Dokumententasche
Personalausweis
Reisepass
Führerschein
Kreditkarten (am besten von zwei verschiedenen Banken)
Versicherungsnachweis
Pilgerausweis
Zudem auch noch die Flugtickets, Bustickets und Billets, die ich mir vor der Reise gekauft habe.

Tipp: Ich habe immer einen Ausweis in der Geldbörse und einen im Rucksack. 😉 und zudem alle Dokumente und Tickets als PDF-Dokumente in der Cloud abgespeichert.

kleine Taschenlampe
von Photon, 7 Gramm 
Warum:
Mit gelber LED hat sie eine Brenndauer von ca. 120 Stunden und das bei einer Länge von nur 4 Zentimetern. In der Dunkelheit macht sie ein erstaunliches Licht – trotz der Einschränkung durch die gelbe Farbe. Sie ist eine ernstzunehmende Taschenlampe und kein Spielzeug. Natürlich kommt sie nicht gegen die genialen Lichtschleudern mit dicken Batterien an, aber dafür wiegt das Ding fast nix.
Wer nachts in einer Herberge zum Klo finden will oder früh am Morgen noch in der Dunkelheit losgeht, der ist mit diesem Mini-Ding wirklich gut bedient. Sehr oft wurde ich unterwegs gefragt, wo ich denn die Taschenlampe versteckt habe, mit der ich den Weg beleuchte… In den Blogs der US-long distance hiker liest man auch immer wieder, dass sie nur mit dieser Lampe unterwegs sind.
Mit einer kleinen Klammer kann man sie sogar an den Hut stecken und hat so die Hände frei.  Wie man lesen kann, ich bin ein absoluter Fan von dem Lämpchen. Der Secret Service und NASA Space Shuttle Besatzungen sind auch davon überzeugt.
→ Mein kleiner Geheimtipp – sie muss auf jeden Fall mit an Bord.

Photon II - die Allzwecklampe für den Jakobsweg
kleines Taschenmesser

von Victorinox – Midnite Manager, 32 Gramm

Warum?
Das habe ich immer am Gürtel. Damit kann ich eine Flasche öffnen, ein wenig schneiden, mit dem Kugelschreiber Notizen machen, im Dunkeln Licht machen und mir die Nägel schneiden und feilen. Kann auch im Handgepäck mitfliegen…
Käse schneide ich mit dem Küchenmesser.
😉

→ Das Ding ist immer dabei.

Nähzeug
(Habe ich aus einem Hotel mitgenommen und noch nie gebraucht…)
feuchte Reinigungstücher
(Immer griffbereit oben im Rucksack.)
Sicherheitsnadeln 
(Wäsche aufhängen, etc.)  und für Notreparaturen an der Kleidung.
Schnur
(ein paar Meter)
Warum?
Ich nehme sie als Wäscheleine oder Ersatz für Schnürsenkel und als Abspannleine für das Tarp.
→ Nehme ich mit.
Feuerzeug
(ich rauche zwar nicht, aber ….wer weiß wofür es gut ist)
Faltstock
Micro Stick Carbon von LEKI; 400 Gramm
Warum?
Die Sticks sind auf meine Größe zugeschnitten und ultraklein, wenn sie auseinander gebaut sind. M.E. die kleinsten und leichtesten auf dem Markt und zudem auch noch stabil. Der eine Pilger geht mit, der andere Wanderer verzichtet darauf. Ich kann nicht ohne. Besonders bei bergigen Etappen nehmen sie viel Druck von den Kniegelenken und die , die sind bei mir schon im letzten Lebensdrittel, d. h. sie knirschen ein wenig und sie danken es mir, wenn ich sie entlaste wo ich nur kann. Mit der richtigen Lauftechnik entlasten sie die Knie und sorgen insgesamt für die Umsetzung der Laufbewegung mit dem ganzen Körper. Das mag ich.
→ Muss nicht unbedingt mit. Ich verzichte aber nicht …

Versicherungen/Geld:

Auslandsreiseversicherung
Gepäckversicherung
(für ganz vorsichtige Zeitgenossen)

Für den Flug:

aufblasbares Nackenkissen
Warum?
Auf langen Flügen in den engen Röhren kann ich nur schlafen, wenn mein Nacken entspannt liegt. Man kann aber auch einen Pullover oder so zu einer Rolle falten.
→ Muss nicht unbedingt mit.

Daypack (siehe oben)
Mit den wichtigsten Dingen für eine Nacht falls der aufgegebene Rucksack falsch geflogen ist…  🙁 .

Ich komme insgesamt mit Rucksack auf ca. 5,9 Kilogramm.

Das gilt für eine Pilgerreise im Sommer – ich verzichte wegen der höheren Temperaturen auf den großen Schlafsack und nehme nur das Inlett aus Seide mit. Dafür habe ich ein paar Luxusdinge an Bord, die ich sonst nicht mitnehmen würde. Da ist einmal der DryBag (Mein Tagesrucksack und Waschmaschine.) mit 108 Gramm, das Kindle (Für die einsamen Stunden oder zur Zeitüberbrückung.) mit 338 Gramm und dann mein Aquarellkasten inklusive Pinsel und Skizzenbuch (Zum Festhalten der hoffentlich wunderbaren Menschen und Landschaften.) mit insgesamt 248 Gramm, sowie Schnickschnack mit ca. 200 Gramm.

Nicht mitgewogen habe ich die Kleidung, die ich an einem normalen Sommertag trage (Wanderstiefel, Socken, Unterhose, lange Wanderhose, Gürtel, T-Shirt, Hemd, Buff, Sonnenbrille, Hut und Wandersticks), Wasser und Nahrung für Unterwegs und das Handy, das ich immer in einer Hosentasche oder der Hüfttasche verstaue. Ach ja, meine Armbanduhr habe ich auch noch gewogen und siehe da…. sie wiegt fast 140 Gramm. 🙁 Macht aber nix, ich finde das Erzeugnis Schweizer Uhrmacher perfekt und habe schließlich lange dafür gespart. Ich überlege, ob ich nicht noch ein paar Kilo abnehmen sollte, dann ist es nicht so schlimm, wenn es mal mehr wird, aber das passiert automatisch auf dem Weg. Es wird von Woche zu Woche weniger. 

Bei den ganzen Berechnungen muss immer beachtet werden, dass bei Regen oder niedrigen Temperaturen mehr am Körper getragen wird und der Rucksack entsprechend leichter ist. In großer Hitze ist es genau umgekehrt, kaum etwas am Körper, alles im Rucksack.

Natürlich ist die Liste nicht abschließend und vergessen habe ich immer irgendwie irgendwas… Zu Bedenken wäre, dass der gefüllte Rucksack für viele Wochen das einzige ist, aus dem die Bedürfnisse und Launen des Pilgers auf der Reise befriedigt werden. Man sollte daher gut überlegen, welche Ausrüstungsgegenstände dabei sein sollten. Nicht immer ist das leichteste auch das beste und nicht immer muss man sich auf das extremste Reduzieren. Meine Zahnbürste hat z.B. noch den Stiel – ich kann sie einfach besser anfassen. Auch die Ratschläge und Tipps – wie diese hier – sind immer individuell zu betrachten und mit Vorsicht sollten sie auf die eigenen Vorstellungen übernommen werden.

Als kleines Dankeschön für Menschen die mich unterwegs in irgendeiner Weise berühren oder helfen, habe ich immer kleine Gastgeschenke (insgesamt 20 Gramm) im Rucksack. Dieses Jahr sind es Anstecker aus Silber vom Kölner Dom und winzig kleine Teddybären.  Es ist nur eine Geste, aber eine wichtige…

Ein paar grundsätzliche Überlegungen zu Pilgerreisen habe ich hier aufgeschrieben.  Sollte ich etwas wirklich wichtiges vergessen haben oder wenn ihr eine ausführliche Excel-Liste mit allen Details und genauen Gewichtsangaben haben möchtet, dann schreibt mir.