Ich sitze selten vorne.
Zu hell. Zu laut.
Dort wird alles schnell eindeutig.
Ich gehe ein Stück zur Seite.
Dort, wo etwas offen bleibt.
In einen Zwischenraum.
Ich arbeite dort.
Ich fotografiere. Seit 2005.
Am Anfang wollte ich festhalten.
Heute interessiert mich eher, was übrig bleibt, wenn sich etwas entzieht.
Ich arbeite auch mit Ton. Seit ein paar Jahren.
Nicht lange.
Lang genug, um zu merken, dass er sich nicht überreden lässt.
Ich nehme ein Stück Ton in die Hand und beginne.
Ich schneide hinein.
Ich höhle aus.
Manchmal entsteht etwas.
Beides bleibt.
Eine Drehscheibe steht nicht im Raum.
Ich brauche sie nicht.
Die Dinge dürfen kippen.
Ein Rand, der nicht ganz stimmt, erzählt mehr.
Ich habe früh angefangen zu malen.
Eigentlich seit ich denken kann.
Das hat nie aufgehört.
In einem Museum sah ich einmal eine alte koreanische Reisschale.
Schief.
Benutzt.
Nicht gemacht für Bedeutung.
Und genau deshalb voll davon.
Seitdem traue ich einfachen Dingen mehr.
Ich arbeite viel allein.
Weniger aus Prinzip.
Es ergibt sich.
Ich sitze oft vor nichts.
Zwanzig Sekunden Ruhe halte ich gut aus.
Danach werde ich unruhig.
Das ist der Punkt.
Dort beginne ich.
Ich merke mir die seltsamsten Dinge.
Als Spuren.
Ein Geräusch auf Holz.
Kühle Luft in der Werkstatt.
Atem, der sichtbar wird.
Das taucht in meiner Arbeit später wieder auf.
Ohne Ankündigung.
Es passiert einfach so.
Ausstellungen gibt es seit vielen Jahren.
Hier und da.
Unterschiedliche Orte.
Ich denke selten lange darüber nach.
Wenn jemand länger schaut als geplant.
Ein Nicken.
Das reicht mir.
Manchmal funktioniert nichts.
Ich sitze da.
Und denke:
Pustekuchen.
