Wabi-Sabi

Wabi Sabi.
Egal ob Fotografie, Malerei, Keramik oder das Leben selbst:

  • nichts bleibt,
  • nichts ist jemals vollendet,
  • nichts ist perfekt.

Ich übersetze es auf diese Weise:
„Wabi“
Melancholie, die sich in Freude verwandeln kann und zu einem erfüllten liebevollen Leben auffordert.
„Sabi“
Spuren des Lebens, des Alterns, der Existenz und deren Akzeptanz.

In meinen Arbeiten strebe ich ein großes Maß an Authentizität an. Dabei suche ich nicht die Vollkommenheit, sondern den einen Moment, in dem Stille und Liebe sichtbar wird. Oft sind es Motive, die das Vergehen (Vanitas) zum Inhalt haben. Für mich liegt darin eine besondere Schönheit. Sie offenbart sich zuverlässig demjenigen, der Sichtbares in Emotionen umwandeln kann. Das dafür notwendige Mitgefühl wird dabei zum Schlüssel. Und der sollte in alle Schlösser dieser Welt passen.

Wabi Sabi - wenn die Farbe weicht

Wabi Sabi
Wabi Sabi - Keramik neu interpretiert

Meine Arbeiten sind selten symmetrisch, eher frei in der Form. Auch vermeide ich lauten Firlefanz. Das hilft beim Konzentrieren auf das Wesentliche. Und im Wesentlichen steckt ganz automatisch eine klare Natürlichkeit, eine erkennbare Authentizität. Wenn diese Arbeiten beim Betrachten und Benutzen auch noch in die Stille führen, dann, ja, dann sind sie gelungen. Sie sind Wabi Sabi.
Dies gilt besonders für meine Teeschalen. Zwar verwende ich sie nicht wie in der japanischen Teezeremonie, aber sie erfreuen mich jeden Tag im Alltag. Darüberhinaus entsprechen sie keiner DIN-Norm; ein professioneller Töpfer würde sie höchstens als B-Ware eingruppieren und auch die regelungsfreudige EU hätte bestimmt Einwände, aber das ist mir egal.