Keramik

Kunst nicht nur betrachten, sondern alle Tage gebrauchen. Diese Vorstellung, der damit verbundene doppelte Nutzen, gepaart mit dem Wunsch eine Teeschale à la Japonaise zu erschaffen, hat mich animiert mit Ton zu arbeiten. Mittlerweile beherrsche ich die Grundzüge der japanischen Kurinuki-Technik. Auch verstehe ich nach vielen verunglückten Experimenten wie eine Glasur zusammengesetzt sein muss, damit ein ansehnliches Ergebnis herauskommt.
(Wie alles begann.)
Da ich kein gelernter Töpfer oder Akademiker bin, würde der großartige französische Künstler Jean Dubuffet das Ergebnis meiner Bemühungen wahrscheinlich ‚Art Brut Céramique‚ nennen. Diese Vorstellung gefällt mir.

Meine Arbeiten sind selten symmetrisch, eher frei in der Form. Auch vermeide ich lauten Firlefanz. Das hilft beim Konzentrieren auf das Wesentliche. Und im Wesentlichen steckt ganz automatisch eine klare Natürlichkeit, eine erkennbare Authentizität. Wenn diese Arbeiten beim Betrachten und Benutzen auch noch in die Stille führen, dann, ja, dann sind sie gelungen. Sie sind Wabi Sabi.
Dies gilt besonders für meine Teeschalen. Zwar verwende ich sie nicht wie in der japanischen Teezeremonie, aber sie erfreuen mich jeden Tag im Alltag. Darüberhinaus entsprechen sie keiner DIN-Norm; ein professioneller Töpfer würde sie höchstens als B-Ware eingruppieren und auch die regelungsfreudige EU hätte bestimmt Einwände, aber das ist mir egal.

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