Keramik

Torsten Gripp | Keramik & Malerei

Kunst nicht nur betrachten, sondern auch im Alltag gebrauchen. Dieser Gedanke, der damit verbundene doppelte Nutzen, gepaart mit dem Wunsch, eine Teeschale à la Japonaise zu gestalten, hat mich dazu bewogen, mit Ton zu arbeiten. Mittlerweile beherrsche ich die Grundlagen der japanischen Kurinuki-Technik. Nach vielen Fehlversuchen weiß ich auch, wie eine Glasur zusammengesetzt sein muss, um ein ansehnliches Ergebnis zu erzielen.
Die Herstellung und Verzierung von Trinkgefäßen ist eigentlich nichts Neues. Seit der Steinzeit werden sie aus verschiedenen Materialien hergestellt. Manche haben einen kleinen Henkel. Dieser erleichtert das Trinken mit einer Hand ungemein. Es ist faszinierend, wie so ein kleiner Griff das Design und vor allem die Handhabung eines Trinkgefäßes verändern kann. Für das Jahr 2023 habe ich mir deshalb überlegt, auch Henkeltassen herzustellen.

Atelier-Gripp | Henkeltasse


Da ich kein gelernter Töpfer bin, würde der großartige französische Künstler Jean Dubuffet das Ergebnis meiner Bemühungen wahrscheinlich Art Brut Céramique nennen. Diese Vorstellung gefällt mir.

Meine Arbeiten sind selten symmetrisch, eher frei in der Form. Auch vermeide ich lauten Firlefanz. Das hilft beim Konzentrieren auf das Wesentliche. Und im Wesentlichen steckt ganz automatisch eine klare Natürlichkeit, eine erkennbare Authentizität. Wenn diese Arbeiten beim Betrachten und Benutzen auch noch in die Stille führen, dann, ja, dann sind sie gelungen. Sie sind Wabi Sabi.
Dies gilt besonders für meine Teeschalen und Henkeltassen. Zwar verwende ich sie nicht wie in der japanischen Teezeremonie, aber sie erfreuen mich jeden Tag im Alltag. Ein professioneller Töpfer würde sie höchstens als B-Ware eingruppieren und auch die regelungsfreudige EU hätte bestimmt Einwände, aber das ist mir egal.

Im Plattdeutschen sagt man gern zu Dingen, die von Hand hergestellt und nicht penibel ausgerichtet wurden: En beten scheef hett Gott leef!
Frei übersetzt: Alles, was krumm und schief ist gefällt Gott und langweilt ihn nicht. Vielleicht sind meine Keramiken daher besonders gottgefällig… 😉

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