Fotografie

Gern verschmelze ich den Blick des Fotografen mit der Welt der Keramik. Meine Hände formen den Ton, bringen feine Glasuren auf, während ich schon überlege, was mein Auge durch den Sucher als die Essenz des fertig gebrannten Stücks einfangen wird.
In meinen Augen geht es dabei nicht nur um die einfache Aneinanderreihung künstlerischer Disziplinen, sondern vielmehr um ein komplexes Zusammenspiel von Materialität, Wahrnehmung und Inszenierung. Die Fotografie als Komplize, bei dem Versuch die verborgenen Reize der Werkstücke zu enthüllen.

Macht der Inszenierung. (…)

Manchmal sind die Highlights einer Teeschale kaum zu erkennen; die Nuancen sind so zart, dass sie einem flüchtigen Blick entkommen. Durch die Linse der Kamera kann ich sie einfangen und dem Betrachter als Besonderheit präsentieren. Die Symbiose von Handwerk, Kunst und Vision, schlägt eine Brücke zwischen dem, was ist, und dem, was sein könnte. Fehlt dem Betrachter das Werkstück zum direkten Vergleich, kann das Foto jedoch Erwartungen wecken, die von der unmittelbaren physischen Präsenz des Kunstwerks nicht unmittelbar erfüllt werden. Hier zeigt sich dann in aller Deutlichkeit die Macht einer Inszenierung und es bedarf einer achtsamen Betrachtung, um die Besonderheiten wieder zu erkennen. Umso größer die Freude bei erfolgreicher Entdeckungsreise.
In gewisser Weise ist meine Evolution als Fotograf ein Schlüssel zum Erfolg meiner Keramiken und Bilder. Durch die Linse verfeinert sich mein Blick, und mit jedem Klick öffnet sich eine Tür zu einer neuen Dimension der Wahrnehmung. Meine Fotos, durchtränkt von bekannten Denkmustern, sind gleichzeitig Tore zu einer Welt, die scheinbar realistisch, aber dennoch faszinierend fremd ist. In dieser kreativen Fusion entsteht eine individuelle Perspektive, die tiefe Emotionen weckt oder eine starke emotionale Verbindung beim Betrachter hervorruft– als Einladung, das Unsichtbare zu entdecken und die Magie hinter dem Offensichtlichen zu erkennen.