Tagebücher.
Ein Zwischenreich aus Papier,
Farbe und Erinnerung.
Gedanken (⏎ )
Ich sitze in einem Café. Tassen klirren, Stimmen fließen ineinander, Stuhlbeine scharren über die Fliesen. Vor mir liegen ein Tagebuch und mein Aquarellkasten.
Ich tauche den Pinsel ein.
Ein Tropfen Ultramarin. Vielleicht ein Fenster. Eine Ahnung von Orange. Und plötzlich bin ich wieder in Italien. Auf einer Bank im Schatten. Zwei Fremde lachen. Irgendwo ein Streifen Siena Rot.
So entstehen meine Tagebücher.
Ich male darin weniger das, was ich gesehen habe, als das, was davon geblieben ist. Manchmal ist es ein Ort. Manchmal eine Farbe, eine Stimmung oder etwas, für das ich längst kein Wort mehr habe.
Dabei gelingt längst nicht jede Seite. Manche Skizzen stolpern. Es gibt Kritzeleien, zerzauste Gedanken und Dinge, die vermutlich besser geworden wären, hätte ich sie ein zweites Mal versucht.
Aber ein Tagebuch kennt keinen zweiten Versuch.
Ich male darin auch nicht für die Wand. Ich zeichne, um mich zu erinnern.
An schöne Orte.
An Zustände.
An mich.
Wenn ich später eines der Bücher aufschlage, finde ich manches wieder. Anderes erkenne ich kaum noch. Dann wundere ich mich über eine Farbe oder eine hingeworfene Linie und versuche herauszufinden, was mir damals daran wichtig war.
Manchmal weiß ich es wieder.













