Malerei

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Ein Glas Wirklichkeit – halb voll, halb frei

Kunst ist wie ein alter Freund, der sich zu mir setzt,
ein Glas Wein einschenkt und leise sagt:
„Lass uns einfach das Leben genießen.
Ohne Plan, ohne Ziel,
ohne kluge Absicht.“

Ich glaube nämlich, die Realität wird überschätzt.
Wir sprechen von ihr, als sei sie ein Vertrag.
Festgeschrieben,
überprüfbar,
verbindlich.
Aber was ist mit der Realität des Traums?
Was ist mit dem, was zwischen den Dingen liegt?
Den Rissen, dem Zwischenlicht, dem absurden Glanz in einem Gesicht?

Wer will schon eine Welt, die sich exakt abbilden lässt?
Die sich vermessen,
verwalten,
versichern lässt?
Was mich interessiert, ist das Farbige,
das Schräge,
das, was entgleist.
Skizzen statt bunter Bilder in Hochglanz

Vielleicht ist meine Malerei eine kleine Gegenwelt.
Vielleicht.
So, dass es immer auch anders sein könnte.
Bunter.
Zarter.
Wilder.

Ich biete kein Konzept.
Keine Erklärung.
Nur eine Einladung:
Zum Sehen.
Zum Staunen.
Zum Verweilen.