Ich untersuche mit Fotografie, Malerei und Keramik die Frage, wie Wahrnehmung Wirklichkeit erschafft. Alles andere ordnet sich darunter ein.
Dafür gehe ich oft ein Stück zur Seite.
ICH (⏎)
Mich interessieren die kleinen Dinge.
Weil sie Geduld verlangen.
Ein Stein auf dem Boden.
Eine Schale mit einem kleinen Sprung.
Der Schatten eines Astes auf einer Mauer.
Ich bleibe.
Irgendwann hören diese Dinge auf, Gegenstände zu sein.
Sie erzählen.
Vielleicht arbeite ich deshalb mit so unterschiedlichen Materialien.
Mal hält eine Kamera den Moment fest.
Mal antwortet ein Stück Ton.
Mal genügt ein Blatt Papier.
Das Werkzeug wechselt.
Meine Aufmerksamkeit bleibt.
Ich habe gelernt, dem ersten Blick Zeit zu geben.
Er weiß viel.
Der zweite sieht weiter.
Der dritte beginnt zu fragen.
Dort fühle ich mich zu Hause.
Mich beschäftigen Arbeiten, die Raum lassen.
Sie erklären wenig.
Sie laden ein.
Jeder bringt seine eigene Geschichte mit.
Genau das gefällt mir.
Eine alte koreanische Reisschale hat mir einmal mehr gezeigt als kluge Bücher.
Sie trug Spuren.
Gebrauch.
Zeit.
Sie musste nichts beweisen.
Seitdem vertraue ich Dingen, die ihren Weg hinter sich haben.
Ausstellungen gehören zu meinem Leben.
Sie markieren einen Moment.
Viel lieber denke ich an den Weg dorthin.
An die Stunden, in denen langsam etwas Gestalt annimmt.
An die Zweifel.
An das Warten.
An den Augenblick, in dem sich plötzlich alles fügt.
Manchmal geschieht das.
Manchmal eben nicht.
Auch das gehört dazu.
Ich wünsche mir, dass Menschen vor meinen Arbeiten einen Moment länger verweilen, als sie ursprünglich vorhatten.
Mehr braucht es gar nicht.
Vielleicht beginnt Kunst genau dort.
Wenn jemand etwas Kleines so lange betrachtet, bis etwas Großes daraus entsteht.

