Malerei

Prost. (⏎)


Ein Glas Wirklichkeit – halb voll, halb frei

Kunst ist wie ein alter Freund, der sich zu mir setzt,
ein Glas Wein einschenkt und leise sagt:
„Lass uns einfach das Leben genießen.
Ohne Plan, ohne Ziel,
ohne kluge Absicht.“
Nicht, weil er nichts zu sagen hätte, sondern weil er weiß,
dass das Wichtigste oft im Schweigen geschieht.

Ich glaube, die Realität wird überschätzt.
Wir sprechen von ihr, als sei sie ein Vertrag.
Festgeschrieben,
überprüfbar,
verbindlich.
Aber was ist mit der Realität des Traums?
Was ist mit dem, was zwischen den Dingen liegt –
den Rissen, dem Zwischenlicht, dem absurden Glanz in einem Gesicht?

Zwischen Farbe, Fuge und Fernweh wohnt das Warum.

Wer will schon eine Welt, die sich exakt abbilden lässt?
Eine Welt, die sich
vermessen,
verwalten,
versichern lässt?
Was mich interessiert, ist das Farbige,
das Schräge, das, was entgleist.
Nicht das Fotoalbum der Welt, sondern ihre Skizzen.

Vielleicht ist meine Malerei eine kleine Gegenwelt.
Nicht im Sinne des Eskapismus – eher im Sinne einer Erinnerung.
So, dass es immer auch anders sein könnte.
Bunter.
Zarter.
Wilder.

Ich biete kein Konzept.
Keine Erklärung.

Nur eine Einladung:
Zum Sehen.
Zum Staunen.
Zum Verweilen.

Denn manchmal genügt es, einen Moment lang still zu werden,
und zu erkennen:
Das Leben – in all seinem Übermaß und Unfug – ist genau richtig so.