Meine Kamera? Ein altes digitales Modell. Verlässlich. Kein automatischer Autofokus, der besser weiß, wohin ich sehen müsste. Nur ich und das alte Minolta-Objektiv aus den Siebzigern. Ein Stück Geschichte in meinen Händen. Metall. Glas. Und diese sonderbare Ehrlichkeit der Unschärfe.
Wenn ich durch dieses Objektiv schaue,
sehe ich anders.
Weniger richtig.
Dafür mehr wahr.

Die alte Technik verlangt Geduld. Alles muss von Hand geschehen. Die Schärfe ist eher eine Ahnung. Die Blende ein Versuch. Das Ergebnis? Unvorhersehbar. Und gerade deshalb: ein Geschenk. Ich liebe diese Ungenauigkeiten und nenne das Objektiv mein Märchenauge.
Diese Farbsäume, die wie Säume von Märchenkleidern am Bildrand tanzen. Das Licht, das sich nicht an die Regeln der Physik hält. Und dann dieses Bokeh. Weich, wirbelnd, träumend. Kreise im Hintergrund, als hätte jemand Seifenblasen in den Raum gezeichnet. Früher hätte ich gesagt: ein Fehler.
Heute sehe ich darin Landschaften.
Innere.
Verschobene.
Verzauberte.












































































