Das Jahr 2026 markiert einen Schnitt. Nicht nur den Wechsel von einem Jahr zum anderen, sondern einen bewussten Wechsel in meiner Werkstatt. Nach vier Jahren intensiver Arbeit mit der japanischen Kurinuki-Technik, zahllosen Stunden und Gesprächen mit meinem Freund und Töpfermeister Paul Günther habe ich eine Konsequenz gezogen: Ich werde nur noch meine stärksten Arbeiten zeigen. Alles andere bleibt Teil des Prozesses, verschwindet aber aus der Öffentlichkeit. Kein Verkauf. Keine Zugeständnisse.

Der Kokoro-Kurinuki-Stil ist meine Sprache im Ton geworden. Herz, Geist und Bewusstsein finden darin ihren Ausdruck. Die Subtraktion bleibt selbstverständlich zentral. Auch weiterhin keine elektrische Drehscheibe, nur Ton, wenige Werkzeuge und meine Hände. Aus dieser konzentrierten Präsenz entsteht Form, Proportion, Farbe, Oberfläche. Neu hinzu kommt eine Namensgebung. Der Name gibt den Werkstücken eine Identität, macht sie damit unverwechselbar, schließt den künstlerischen Kreis.

Was bleibt, trägt einen Namen und erlangt die damit verbundene Magie. Wer so ein Gefäß hält, spürt: Es ist kein Objekt. Es ist ein Gegenüber.
