Manchmal gelingt es. Ein, zwei Mal im Jahr. Dann steht so eine Schale vor mir und ich merke, dass ich nichts mehr hinzufügen will. Sie ist unruhig. Der Rand kippt leicht. Die Glasur zieht sich zusammen, sammelt sich, lässt Spuren stehen. Zeit und Hitze haben sich eingeschrieben. „Becher“ als Beschreibung reicht nicht. Schale auch nicht. Ich halte sie, drehe sie. Sie verlangt Aufmerksamkeit.
Ich habe ihr in Japan einen Kiribako bauen lassen. Leichtes Holz, klar gearbeitet. Dort kann sie sich ausruhen. Öffnen verändert den Moment. Innen wartet kein Objekt. Eher ein schützender Raum für ein kleines Heiligtum. Ein Ensō liegt bei. Mein Zeichen. Ein Zug. Er spricht dieselbe Sprache wie die Schale. Dazu ein erster Gedanke, so wie er kam:
„Ich muss lächeln und stelle die Schale dorthin, wo Sorgen ruhen.“
Dieser Satz, auf wertvollem Papier von Hand geschrieben, begleitet die Keramik. Ich nehme diese Arbeit ernst. Beim Benutzen verlangsamt sich etwas. Der Mensch wird ruhiger. Gedanken verlieren Druck. Es entsteht ein Ort, an dem sich etwas setzen darf.
Ein Gefäß, das trägt. Auch das, was sonst keinen Platz findet.

























