
Ich mache Gefäße aus Ton und erkläre sie zur Kunst.
Sie bleiben trotzdem Gefäße. Sie haben einen Rand, einen Innenraum, Gewicht und Oberfläche. Sie können etwas aufnehmen. Man kann sie anfassen, drehen, benutzen.
Mich interessiert der Augenblick, in dem ein Gefäß mehr zeigt als seinen Zweck.
Beim Kokoro Kurinuki höhle ich einen Block Ton aus. Dabei entsteht Form durch Wegnehmen. Was bleibt, umschließt einen leeren Raum. Außen zeigen sich Schnitte, Brüche und Spuren der Arbeit. Innen entsteht ein Ort.
Der Philosoph Günter Figal nennt Kunstwerke „Erscheinungsdinge“. Das gefällt mir. Denn vielleicht muss aus einem Gefäß gar nichts anderes werden, damit es Kunst sein kann.

