Tagebücher

Ein Freund schrieb anläßlich einer Ausstellung über meine Tagebücher:

„Ein Tagebuch ist soweit nichts besonderes, jedoch sind Gripps Zeichnungen und Aquarelle geprägt von seiner Liebe zur Farbe und einem feinen Gespür für Abstraktionen. Das Tagebuch selbst ist immer das gleiche; ein Moleskine-Taschenbuch ohne Linien, mit durchaus dünnem Papier. Eigentlich ungeeignet würde man meinen, aber gerade das empfindet Gripp als Herausforderung: die kleinen Wellen, nachdem das Papier nass wurde, die durchscheinenden Farben und die sich überlagernden Schriften. 

Torsten Gripp - Tagebücher

Das Tagebuch wird, nachdem es seinen Zyklus durchlaufen hat und prallvoll mit Zeichnungen und Texten ist, zu einem Gesamtkunstwerk, welches von einem schwarzen Gummiband gehalten, kein profanes Notizbuch mehr ist, sondern ein geheimnisvoller Speicher voller Kunstwerke. Jede Seite ist es wert, sorgsam herausgetrennt und in einem besonderen Rahmen präsentiert zu werden. Nur…. dann ist das Gesamtkunstwerk zerstört! Fast könnte man verzweifeln, wenn Gripp nicht sein Talent zur Fotografie nutzen würde und den Betrachtern durch Fotos von Teilen seiner Tagebücher, dann doch noch teilnehmen lässt an seinen Farbabenteuern, die in ein Hoffungsland führen, das seinesgleichen sucht. Bunte Landschaften und Portraits von eindrucksvoller Intensität leuchten beim Aufschlagen der Seiten dem Betrachter entgegen, düstere Seiten voller schwarzer Farbe deuten auf einen Hang zur Melancholie, wenn da nicht immer wieder Farbblitzer wie aus einer Schatztruhe aus Tausendundeiner Nacht durchschimmern würden. Auch bei nüchterner Betrachtung, kann man sich kaum der Wucht der Farben und Formen entziehen, vergisst, dass nur wenige Quadratzentimeter Papier und Farbpigmente die Basis der Kunstwerke sind und verliert sich nur zu gern in der Tiefe der Darstellungen.“


DAS BESTE  BLEIBT  NUR EINEN  AUGENBLICK