Tagebücher

© Torsten Gripp | 2019 | Malerei |  Tagebücher
© Torsten Gripp | 2019 | Malerei | Tagebücher

„Ein Tagebuch ist eigentlich nichts besonderes. Torsten Gripp nutzt es jedoch nicht nur zum Schreiben, er versieht es zusätzlich mit Zeichnungen und Aquarellen. Die Seiten, die er den Betrachtern zugänglich macht, sind geprägt von seiner Liebe zur Farbe und einem feinen Gespür für Abstraktionen. Sein Tagebuch selbst ist immer das gleiche; ein Moleskine-Taschenbuch ohne Linien, mit durchaus dünnem Papier. Eigentlich ungeeignet würde man meinen, aber gerade das empfindet Gripp als Herausforderung: die kleinen Wellen, nachdem das Papier nass wurde, die durchscheinenden Farben und die sich überlagernden Schriften. 



Das Tagebuch wird, nachdem es seinen Zyklus durchlaufen hat und prallvoll mit Zeichnungen und Texten ist, zu einem Gesamtkunstwerk, welches von einem schwarzen Gummiband gehalten, kein profanes Notizbuch mehr ist, sondern ein geheimnisvoller Speicher voller Kunstwerke. Jede Seite ist es wert, sorgsam herausgetrennt und in einem besonderen Rahmen präsentiert zu werden. Nur…. dann ist das Gesamtkunstwerk zerstört! Fast könnte man verzweifeln, wenn Gripp nicht sein Talent zur Fotografie nutzen würde und den Betrachtern durch Fotos von Teilen seiner Tagebücher, dann doch noch teilnehmen lässt an seinen Farbabenteuern, die in ein Hoffungsland führen, das seinesgleichen sucht. Bunte Landschaften und Portraits von eindrucksvoller Intensität leuchten beim Aufschlagen der Seiten dem Betrachter entgegen, düstere Seiten voller schwarzer Farbe deuten auf einen Hang zur Melancholie, wenn da nicht immer wieder Farbblitzer wie aus einer Schatztruhe aus Tausendundeiner Nacht durchschimmern würden. Auch bei nüchterner Betrachtung, kann man sich kaum der Wucht der Farben und Formen entziehen, vergisst, dass nur wenige Quadratzentimeter Papier und Farbpigmente die Basis der Kunstwerke sind und verliert sich nur zu gern in der Tiefe der Darstellungen.“



DAS BESTE  BLEIBT  NUR EINEN  AUGENBLICK