Die Werkstatt
Der Morgen ist still.
Die Werkstatt wartet.
Licht fällt durch ein Fenster.
Staub schwebt.
Erinnerung wird wach.
Gelassenheit kommt barfuß.
Ohne Werkzeug.
Sie setzt sich in die Zeit.
Eine Teeschale.
Schwarz.
Offen.
Sie hält den Raum.
Das Schweigen zeigt.
Die Leere trägt.
Raum wirkt stärker als die Wand.
Nähe als Weite.
Kein Griff.
Ein Weg ohne Spur.
In der Werkstatt öffnet sich der Tag.
Ein Riss im Ton glänzt.
Gold ruht darin.
Die Wunde bleibt sichtbar.
So heilt es.
Das Unvollständige trägt Gewicht.
Das Nichts bindet
Werk und Mensch.
Der Tag schreitet voran.
Ein Gedanke zieht durch den Raum.
Er setzt sich nirgendwo fest.
Licht wandert.
Schatten folgen.
Meine Finger im Ton.
Ein Abdruck.
Leicht.
Die Teeschale lebt.
Wer sie hebt, hebt Raum.
Ein Gegenüber.
Ein Zwischen.
Dort atmet der Mensch.
Kein Ziel.
Weg. Staub. Licht.
(Torsten Gripp)

