Verbundenheit & Mitsein

Von Beziehungen und Einssein

Ohne Beziehungen zu anderen Menschen bin ich nichts. Schon vor meiner Geburt war ich, frei schwebend, aufs engste mit meiner Mutter verbunden. Wie von Zauberhand wurde ich in diesem Paradies Stück für Stück zusammengesetzt und übernahm das Wissen aller Wesenheiten dieser Erde; nur um es bei der Geburt wieder zu vergessen.
Seit dem Tag meiner Vertreibung aus dem Paradies fiebere ich dem Gefühl von Wissen, Verbundenheit, Stimmigkeit und Lebensfreude hinterher. Bemühe mich durch rechtes Handeln, Denken und Wollen in Übereinstimmung mit der Lebensenergie zu kommen. Auf meinen Reisen zu Fuß oder seit dem Jahr 2021 mit einem umgebauten SUV kann ich von Blume zu Blume, von Haus zu Haus reisen, kann stehenzubleiben, wann immer ich will und die verrückten Formen der Natur oder kunstvolle Bauwerke aus längst vergangener Zeit betrachten. Auf den Reisen lasse ich mich bedenkenlos in Details fallen, mache Fotos und sinniere ohne auf die Zeit zu achten. Niemand treibt mich an, niemand schaut vorwurfsvoll auf die Uhr. Ich kann in das Hier und Jetzt eintauchen und ganz in der Gegenwart verharren. Achtsam. Bewusst. Glücksmomente im Herzen und der Seele.
Dabei verblasst mein Ego zusehends und ich beginne langsam eine Metamorphose zum „Einssein“ mit allen Dingen. Gelegentlich gerate ich in diese ersehnte tiefe Verbundenheit, wenn Liebe und Mitgefühl in Balance geraten und störende Gedanken von heiterer Gelassenheit verdrängt werden. Dies geschieht auf Reisen genauso zuverlässig, wie beim Praktizieren meiner uralten Yoga- und Meditationsübungen im Garten. Egal ob die Sonne scheint oder es in Strömen regnet. Bin ich besonders vertieft in der Meditation, gelingt es meiner Seele mitunter im gleichen Takt mit allen Dingen zu schwingen. Das merke ich dann und dieses flüchtige Phänomen ist es, das mich lächeln lässt – mitten im Sein.

Ein Kornfeld mit Mohn- und Kornblumen.