Stell dir vor: Ein Ort, wo du deine Gefühle versichern kannst.
Nicht gegen Verlust, sondern gegen Vergessen.
Ein Institut für Seelenruhe. Mit kleinen Büros voller warmem Licht.
Eine Sachbearbeiterin, die mit sanfter Stimme sagt:
„Heute sichern wir Ihre Unsicherheit ab.“
Und du unterschreibst.
Ein Unternehmen, das Selbstzweifel nicht bekämpft,
sondern katalogisiert. Als schützenswerte Regungen des Menschseins.
Vielleicht gäbe es dort auch eine Notrufnummer für Nächte voller innerer Stille.
Oder einen Rückholservice für verlorene Träume.
Und irgendwo steht Friederike.
In einem Seitengang. Sie hat keinen Schreibtisch. Nur einen Schlüsselbund.
Für die Türen der Räume mit den Schränken, die voller Liebe sind.
Manchmal stehe ich morgens aufund frage mich, wer da eigentlich aufgestanden ist.
Die Haut ist dieselbe. Die Hände vertraut. Aber innen ist alles anders.
Bin ich heute wer? Ich selbst
oder nur eine Hülle mit Erinnerung?
Ich bin nicht einer.
Ich bin viele.
Und jeder Tag wirft ein anderes Licht in mein Gesicht.
Friederike sagt:
Du bist nicht, was du fühlst.
Du bist das, was fühlen kann.
