Ich wohne in Wesseling. Mein Transitbereich hier auf der Erde. Ein Warteraum mit überraschend guter Akustik. Leider sind einige Türen ohne Beschriftung. Und aus vielen Fenstern kann ich besser hinein- als heraussehen.
Die Zeit verteilt sich wie lose Münzen in der Manteltasche. Ich lebe dieses Leben. Einfach so. Mit Aufstieg und Abstieg, mit Klarheit und Nebel, mit Umarmungen und Sturmgesichtern. Gesellschaft. Stille.
Das Ganze trägt Humor im Fundament. Ein leicht schiefer Humor, der morgens Kaffee trinkt und abends über Sternenstaub stolpert.
Ich arbeite hier als Schöpfer. Jemand der Spuren in Ton und Licht drückt. Keramik als Beweis für Anwesenheit. Fotografie als Echo von Bewegung. Malerei als Gespräch mit dem Unsichtbaren. Kunst begleitet jede Ecke dieses Aufenthalts. Sie sitzt am Tisch, sie lehnt am Türrahmen, sie füllt Pausen mit Farbe.

Der Sinn wechselt seine Kleidung. Manchmal trägt er ein festes Gewand, oft geht er barfuß. Am Ende der Transitzeit öffnet sich das Geschehen. Da bin ich mir sicher. Dort wartet ein Gespräch auf Augenhöhe mit dem Ursprung ohne erhobenen Zeigefinger. Ein neugieriges Nicken zwischen zwei alten Bekannten.
Bis dahin gehe ich durch diese Halle der Möglichkeiten. Ich höre auf das Klirren der Momente. Male Bilder. Fotografiere und drücke meine Hände in den Ton. Und lasse immer mehr los.
Grüße aus dem Transit.
Ich winke aus meinem Zwischenraum. Der Kaffee ist warm. Die Türen bleiben offen im Kopf. Manchmal stelle ich mir vor, das Paradies betreibt eine eigene kleine Bürokratie aus Wolken. Stempel aus Licht, Akten aus Wind. Jeder Tag bekommt eine Form, die sich sofort wieder verändert. Ich unterschreibe mit Ton, mit Farbe, mit Augenblicken. Der Blick auf die Ewigkeit öffnet sich gelegentlich, dann riecht alles nach frischem Anfang und altem Humor. Ich bleibe stehen, schaue zu, arbeite weiter, als wäre das genau der Sinn dieses Wartens.
Grüße bleiben im Umlauf, überschlagen sich im Morgenlicht.
Weiter so.

