Wo mein Herz tief Luft holt.

Kaum stand ich am Strand,
musste ich die Augen schließen.
Atmete ein.
Und lange aus.
Ein großer, tiefer Seufzer.
Er kam aus einer Kammer, für die ich keinen Namen habe.
Wie ein geöffnetes Fenster nach einem langen Winter.
Eine geheime Öffnung im eigenen Körper.
Der Seufzer ging durch mich hindurch wie eine Welle.
Und nahm etwas mit.
Ein Gewicht vielleicht.
Eine alte Sorge.
Ein Wort, das ich besser nie gesagt hätte.
Und danach fühlte mich leer.
Und doch ganz.
Wie ein Gefäß, das nicht mehr überläuft.
Der Sand unter meinen Füßen war warm.
Die Luft schmeckte nach Salz und Licht.
Irgendwo in der Ferne lachte ein Kind.
Ganz leise.
Und ich spürte es wieder und wieder.
Diese Kraft,
die hier wohnt.
Und die mich – wie einen alten Freund
nach langer Zeit,
liebevoll in den Arm nimmt.
Ein Versprechen, das älter ist als ich.
