Es gibt Menschen, die beim Wort „teuer“ sofort an Status denken. An Uhren, Autos, Vitrinen. Mich interessiert etwas anderes. Der tägliche Gebrauch. Die stille Verlässlichkeit eines Gegenstandes, der über Jahre an meiner Seite bleibt und langsam Teil meines Lebens wird.

Das Messer mit dem Sandelholzgriff liegt auf dem Tisch wie ein alter Jagdhund. Ruhig. Wach. Bereit für ein Stück Brot, etwas Käse, eine Tomate mit Salz. Der Damaststahl schimmert im schrägen Licht wie ein kleiner Bach unter Herbstlaub. Vierundsechzig Lagen Stahl. Eigentlich völlig übertrieben für eine Brotzeit. Genau deshalb berührt es mich. Jemand hat sich Mühe gegeben. Jemand hat Stunden seines Lebens in eine Klinge gelegt, damit ein anderer Mensch später eine Birne schneiden kann, als wäre sie etwas Kostbares.
Der Montblanc daneben. Ein Meisterstück. Schwer in der Hand. Fast lächerlich teuer für einen Bleistift. Pustekuchen. Er schreibt weich wie ein Gedanke kurz vor dem Einschlafen. Und plötzlich sitzt man abends am Fenster, hört den Regen gegen die Scheibe ticken und notiert einen Satz, der sonst verloren gegangen wäre.
Der Rotmarderhaarpinsel kennt meine Ungeduld besser als manche Menschen. Er nimmt Wasser auf, Farbe, Zittern, Müdigkeit. Und dieses Tagebuch im Büffelleder riecht bei feuchtem Wetter ein wenig nach Werkstatt und alter Bibliothek. Wie ein Gegenstand, der schon gelebt hat, bevor er zu mir kam.
All diese Dinge haben mit Reichtum zu tun. Doch eben kaum mit Geld.
Ich liebe diese Dinge. Doch sie stehen nie über mir. Eher neben mir. Wie gute Begleiter. Sie helfen beim Leben. Beim Wahrnehmen. Bei der Zufriedenheit.
Vielleicht entsteht genau dort Wohlstand.
Ich sitze an einem Tisch. Das Licht wandert langsam über das Leder meines Tagebuchs. Das Messer ruht darauf. Es glänzt leise. Eine Birne duftet verlockend. Und für einen winzigen Moment passt plötzlich alles erstaunlich gut zusammen.
