Nach einem zweiten Besuch der Abtei auf Mont Saint Michel geht es nach Saint Malo. Es sind nur 60 Kilometer bis dahin. Entsprechend schnell geht es über Küstendörfer in die alte Festungsstadt. Ich bin sehr beeindruckt von der Atmosphäre. Irgendwie habe ich das Gefühl, Sir Francis Drake wird gleich mit seinem Segelschiff in den Hafen einlaufen.
Besonders wichtig war es mir, das Restaurant Chateaubriand aufzusuchen. Hier sollen die Austern gut und günstig sein. Und tatsächlich, das Menü mit Austern, Fisch der Saison und einem formidablen Früchteteller kostete erstaunliche 23 Euro. Volltreffer. Besonders das Brot mit der herrlichen gesalzenen Butter hat mir gefallen. Daran könnte ich mich gewöhnen. An Austern eher nicht.
Morgen geht es noch einmal auf die Stadtmauer und dann ab nach Roscoff, dem Fährhafen.
Fast 800 Kilometer. Plötzlich guckt eine kleine Insel mit Kirche aus dem Watt. Mont Saint Michel. Es sieht fast so aus, als hätten kleine Kinder eine Sandburg gebaut.
Und dann ist es doch nicht das berühmte Omelette bei Mère Poulard geworden, sondern Miesmuscheln mit Pommes in einem Touristenlokal. Geschmeckt hat es trotzdem.
Am Ende wurde bei Mère Poulard ein Tisch frei. Ein Omelett für 36 Euro..? Ja bitte. Hier in historischer Umgebung auf der kleinen Insel. Und es ist kaum zu glauben. Niemals habe ich etwas vergleichbares gegessen. Der Geschmack gesalzener Butter und der feine Rauchgeschmack vom offenen Feuer gibt dem Omelett einen wirklich unfassbaren Geschmack. Die Textur setzt dann noch einen drauf. Ein Hauch von Nichts zergeht im Mund, hinterlässt auf der Zunge ihr Feuerwerk und verschwindet voller Leichtigkeit im Bauch. Göttlich.
Drei Tage einpacken. Wieder auspacken. Neu überdenken. Einige Teile fliegen raus. Andere kommen hinzu. Und immer das Gefühl, dass etwas wichtiges fehlt. Egal. Ich erkläre das Packen für beendet. In der Nacht zum Sonntag soll es losgehen. Endlich.
Ein paar Kisten mit wichtigen Sachen. Eine passive Kühlbox fürs Bier, und eine dicke Matratze. Mehr wäre zuviel. 😉
Schnell noch eine TÜV-Untersuchung für den Wagen und zack… klebt eine leuchtend grüne Plakette auf dem Nummernschild. Wenn das kein gutes Vorzeichen ist!
Linksverkehr in Irland! Gegenmaßnahmen: Ein PostIt (Links fahren!!!) aufs Armaturenbrett und um den Gegenverkehr in Irland nicht zu blenden aus England ein Scheinwerfer-Aufkleber. That’s it. Bevor es losgeht kippe ich noch einen halben Liter Öl und AdBlue nach und gucke mir das Auto überall mal an. Für alles andere bin ich bei den modernen Fahrzeugen total überfordert. Wird schon gutgehen.
Das Wetter soll im Mai 2022 am Wild Atlantic Way eher durchschnittlich werden. Immerhin werden ca. 6 Sonnenstunden am Tag vorausgesagt, aber stets begleitet von Regen. Das scheint eine echte Herausforderung zu werden.
Temperatur ø
Temp. max.
Temp. min.
Niederschlag (mm)
Sonnenstunden
10 – 12 ° C
ca. 14° C
ca. 8° C
ca. 2,5 mm/Tag
ca. 6 Stunden/Tag
Verrückt, ich benötige, so nah am Atlantik, Sonnencreme und Regenjacke gleichzeitig. In der Sonne wird es bestimmt wärmer als 14° Celsius. Hoffe ich zumindest. Abends und an der windigen Küste brauche ich allerdings unbedingt einen warmen Pullover oder ein dickes Fleece unter der Wind-/Regenjacke. Gott sei Dank bin ich mit dem Auto unterwegs, eine dicke Tasche voller Klamotten sollte also kein Problem darstellen.
Mein „Must have“: absolut dichte Regenjacke, Softshell mit Kaputze, Kuschel-Fleece, Sonnenbrille & Sonnencreme, Wanderschuhe und eine wasserdichte Kamera. Hoffentlich sehe ich nicht aus wie ein Hi-Tec-Gore-Tex-Tourist vom Kreuzfahrtschiff. Eigentlich unterscheide ich gar nicht zwischen Urlaub und Alltag. Meine Regenjacke ist schon betagt und auch die restliche Kleidung ist die, die ich auch in Köln anhabe. Ich sehe also aus wie ein typischer Kölner in Irland. Und so spreche ich auch. Englisch mit kölschen Akzent.
Soweit, so theoretisch…
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Bevor es überhaupt losgeht…
Irlands Westküste hat mit dem Wild Atlantic Way eine der längsten ausgewiesenen Küstenstraßen der Welt. Von Cork im Süden bis nach Inishowen im Norden führen auf über 2.500 Kilometer kleine Straßen und Wege entlang einer Küstenlandschaft, deren surreale Schönheit als atemberaubend beschrieben wird. Der ungebändigte Atlantik und die Küstenformationen wirken auf Menschen derart magisch, dass es zum Hotspot der Träumer, Dichter, Fotografen, Maler und Lebenskünstler geworden ist. Auch viele Kino- und Fernsehproduktionen sind aus diesem Grund dort entstanden. (Harry Potter, Game of Thrones und diverse Science-Fiction-Filme). Für mich ist darüberhinaus eine weitere Tatsache von zentraler Bedeutung. Mit ein wenig Glück kann ich nämlich Wale und Delfine im Atlantik beobachten. Und das sowohl von Land, als auch auf dem Meer per Schiff. Fast kann ich schon die frische Brise spüren und die Abenteuerlust, die meine Sinne anregt, die Antennen aufzurichten und mir befiehlt auf die Reise zu gehen.
Alles was ich für die zukünftigen Abenteuer brauche, ist ein wenig Mut, mein Auto, eine gute Kamera und ein halbwegs funktionierender Plan. Fakt ist: die Westküste von Irland wartet auf mich und am 1. Mai 2022 soll es, so Gott will, losgehen. Der Plan: drei Wochen lang mit dem Auto von Köln über die Normandie und der Bretagne nach Roscoff, dann mit der Fähre nach Cork und zack… die Westküste hinauf und dann wieder zurück nach Deutschland. So weit, so gut. Ich bin gespannt, wie es tatsächlich wird.
Ich habe mich entschieden, die Reise im Internet zu dokumentieren. Vielleicht haben Sie ja Lust, mich auf dieser Reise zu begleiten…